Lionel Gärtner wird erneut deutscher Meister in Chessminton!


m 20.Dezember 2025 lud der Deutsche Chessmintonverband seine Jugend nach Worms ein. Die 2. Meisterschaften wurden in Doppel und Einzel ausgetragen. Im JD U13 begann der Wettkampf denkbar ungünstig für Lionel, denn sein Partner vom TV Hofheim Tim Julius Filgraebe leistete aus Nervosität einige Fehler und verlor deutlich seine Schachpartie. Doch dem zehnjährigen Rastatter gelang der Ausgleich, da er weniger als eine Minute Bedenkzeit brauchte, um seinen Gegner am Brett zu bezwingen. Die beiden anschließenden Badmintonsätze gingen knapp an das deutsch-indische Duo vom TuS Schwanheim, und dann zündeten Lionel und Tim ihr Feuerwerk: aufgespiesste Damen, gefesselte Läufer, gegabelte Könige – kaum eine gegnerische Figur wurde verschont. Mit zweimal 11:0 erreichten die beiden ein 70:56 Punkte-Ergebnis und somit wurden die favorisierten Hessen besiegt. Ähnlich verlief das Match gegen spätere Turniersieger, jedoch mit einer knappen Niederlage 58:61 am Ende, da die Hessen Atiksh Nagaseshadri und Ashvat Raana Varun deutlich stärker und eingespielter am Netz agierten. Danach wurden die gegnerischen Paare deutlich dominiert, sodass Lionel und Tim sich auch taktische Punktverluste kontrolliert erlauben konnten. 88:22 und 66:29 reichten zum Zweiten Rang, der Titel Vize-Meister war redlich verdient, die Stimmung war euphorisch, umarmt reckten die Jungs ihre Pokale bei der Siegerehrung empor!


Angereist nach Worms als amtierender Deutscher Meister, wollte Lionel seinen Titel im Einzel unbedingt verteidigen, was eher als eine Bürde wirkte, denn er musste dafür jeden seiner Gegner besiegen, die nur schwer einzuschätzen waren. Der junge Thüringer Leopold Fütterer wollte seine Schachkompetenz ausspielen, doch Lionel konterte seine Züge achtsam und blitzschnell. 44:10 war Lohn für sein entschlossenes Handeln wie am Brett, so auch am Netz. Mit gleichem Endergebnis wurde Johann Becker aus Dillenburg bezwungen, wobei er sich Hoffnungen auf sein Badmintonkönnen machte – vergebens. Für manche schlaflose Nacht vor der Meisterschaft sorgte Luke Si. Mitte November zerlegte der starke Franke Lionels Ambitionen im Achtelfinale von German Masters U11 humorlos in zwei Sätzen. Was hatte er im Schach so drauf? Seine solide, aber ungewöhnliche Eröffnung überraschte den Rastatter, dem sein Theorie-Büffeln nun zunutze kam – nach einer Minute wurde Luke’s König Matt gesetzt. Davon beflügelt gewann Lionel auch zur eigenen Überraschung den ersten Badmintonsatz mit 11:7. Es war seine siebte Begegnung am Tage, Luke Si kam , um nur Einzel zu spielen, also war er deutlich frischer. Seine kurzen Longline-Abwehrschläge bereiteten Lionel große Schwierigkeiten, und so ging der zweite Satz mit 7:11 verloren. Mit 29:20 fragte Lionel im kurzen Coaching-Gespräch, wie er es nun im entscheidenden Schach-Spiel anstellen soll. „Attacke!“ war als Devise ausgerufen, und seine Springer galoppierten los! Nach 40:21 reichte der Nürnberger anerkennend die Hand, nur ein Sieg trennte Lionel somit vom Thron. Wilhelm Fütterer vom SV Gernrode verdiente seine Meriten am 64er Feld, wie auch sein jüngerer Bruder. Nach einem schwerwiegenden Fehler im Mittelspiel gab Lionel die Stellung auf und kassierte Schachmatt mit 3:11. In den darauffolgenden Sätzen gab er sich jedoch keine Blöße und erspielte mit sicheren Schlägen Punkt für Punkt 11:0 und 11:1. Seine allerletzte 32.Spielphase war dann nicht für schwache Nerven, denn Wilhelm schlug erbarmungslos eine Figur nach der anderen aus Lionels Reihen, der nun mit Lauerzügen versuchte, die Zeit von der Schachuhr zu nehmen. Und da gabelte sein Springer das gegnerische Paar und der König sah ohne seine bessere Hälfte matt aus: Matt! Aus! 36:13! Gold!


Eine Sonderehrung erfuhr Lionel Gärtner später vom Verbandspräsidenten, der den jungen Rastatter lobte, da Lionel als einziger seinen Meistertitel vom Vorjahr verteidigen konnte. A propos Vorjahr: damals erzielte Lionel einen einzigen Sieg im Schach, der Badmintonschläger musste es richten. Heuer waren es vierzehn(!) Erfolge in 16 Schachpartien. Viele Trainingseinheiten sowohl im Schachclub Rastatt als auch im Badmintonverein ermöglichten diese fantastischen Weihnachtsgeschenke in Form von zwei schweren Pokalen.